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1947-2017

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Smartphone: 70 Jahre Akademie

2017 feiert die Evangelische Akademie Baden ihr 70-jähriges Bestehen. Sieben Jahrzehnte mit viel Geschichte und vielen Geschichten: Wie war das noch einmal im Juni 1947 bei der Gründung der Akademie in der damaligen französischen Besatzungszone? Wo fand die erste Tagung statt? Welche Rolle spielte der Widerstandskämpfer Dr. Friedrich Schauer für die Akademie? Ab wann wurde die Akademie von zwei Direktoren zugleich und später sogar fünf Direktoren abwechselnd geleitet? Und welche Akademiepreisträger referierten 2007 auf der Veranstaltung "Die Wiederkehr der Religion"? Viele Fragen. Viele Antworten.

Im Jubiläumsjahr besinnen wir uns vor allem darauf, was jetzt aktuell ist – und womöglich morgen sein wird. Und erzählen ausgewählte Geschichten.

Zwischen den Zeilen feiern wir auch ein wenig die Geschichte der Akademie. Die Glocke der Kapelle im "Haus der Kirche - Evangelische Akademie Baden" läutet dazu feierlich im Hintergrund das Jubiläum ein.






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"Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft." Dieses Zitat des Gelehrten, Schriftstellers und Bildungsreformers Wilhelm von Humbold ist für die Evangelische Akademie Baden wichtig. So lässt sich auf 70 Jahre Akademiearbeit im besten Sinne gestalten. Für die Evangelische Akademie Baden bedeutet das, immer neu den Blick zu schärfen. Und sich den Fragen der Zeit zu stellen. Zur Geschichte der Akademiearbeit gehört der stetige Wandel.

Dafür stehen heute Akademiedirektorin Arngard Uta Engelmann, Dr. Dieter Heidtmann, Dr. Gernot Meier, Claudia Rauch, Susanne Schneider-Riede und Hermann Witter. Sie beleuchten hier Akademie-Themen wie Medizinethik, die Veränderungen der Arbeitswelt, Weltanschauungsfragen und die Digitalisierung, Sie entdecken aber auch Fragen der Schönheit, Aspekte der Spiritualität und den Strukturwandel im ländlichen Raum.

Auf der nächsten Seite geht es los:
Hinter jedem Kopf verbirgt sich eine eigene Geschichte!

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Intro Engelmann

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Arngard Uta Engelmann

Arngard Uta Engelmann ist seit 2015 die Direktorin der Evangelischen Akademie Baden. Die Theologin und Mediävistin ist die erste Frau, die die Geschicke der Akademie leitet. Sie steuert gemeinsam mit dem Akademiekollegium die Transformation der Akademie, damit sie auch weiterhin zeitgemäße Angebote machen kann und je neu aufnimmt, was im Moment für die Gesellschaft gefragt ist.

Dass es dafür eine gute Struktur braucht, ist selbstverständlich. Sie immer wieder zu überprüfen und gegebenfalls anzupassen, gehört zum Alltag. So konnte etwa mit der Gründung der "Youth Academy" in den letzten Jahren die Jugendsparte der Akademie neu aufgebaut und damit auf die speziellen Anliegen der jüngeren Generation reagiert werden.  

Engelmann betont: "Als Akademie sind wir mittendrin in den Aushandlungsprozessen der Gesellschaft. Wir bieten für unterschiedlichste Akteurinnen und Akteure den gastlichen Raum, damit in konstruktiven – und durchaus auch kontroversen – Gesprächen und Begegnungen nach Lösungen für Fragen unserer Zeit gesucht – und im besten Sinne um sie gerungen werden kann. Und wir bringen in diese Gespräche unsere christliche Haltung und unsere Überzeugungen ein, unser Erfahrungen und Hoffnungen.“

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Video Arngard Uta Engelmann: Mitten drin sein

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Arngard Uta Engelmann

Für Arngard Uta Engelmann passt die dualistische Sicht, wonach die Akademie gleichsam Scharnier zwischen Kirche und Gesellschaft ist, nicht mehr für die heutige Gesellschaft. Denn die Bereiche lassen sich nicht eindeutig abgrenzen, hier die Kirche, da die Gesellschaft. Die Begegnungen, Gespräche und Aushandlungen in der Akademie sind Teil der zivilgesellschaftlichen Prozesse, finden mittendrin statt.

Für dieses "Mittendrin" hat die Bibel – so Engelmann – ein gutes Bild: ‘Ihr seid das Salz der Erde‘. Akademiearbeit versteht sie wie dieses Salz. Demnach ist die Akademie in den gesellschaftlichen Diskussionen dabei, gibt dort "diesen Salzgeschmack, den wir aus unserem Christsein gewinnen, mit hinein in die aktuellen Diskussionen um Leben und Sterben, Kommunikation und Arbeit, Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, Lebensräume, Spiritualität und vieles andere".

Ein weiteres biblisches Bild, das Engelmann für die Akademiearbeit sehr gut findet, ist der Sauerteig: Dort, wo Sauerteig ist, gärt und wächst etwas und wird in Bewegung gebracht. Und ein guter Sauerteig braucht Zeit, damit er sich entwickeln kann.

Davon ausgehend bietet die Akademie an, ohne drängende Mikrophone von Talkshows in guter, konstruktiver Atmosphäre Gespräche zu führen und Begegnungen zu ermöglichen. "Das ist ein guter Nährboden, um zu Lösungen für Probleme unserer Zeit zu kommen“, unterstreicht Engelmann und weist mit einem Lächeln darauf hin, dass Talkshows  ja letztlich nur Show sind.

Vor dem Hintergrund von 500 Jahren Reformation ist das geflügelte Wort von der "Ecclesia semper reformanda" auch für die Akademie ein besonderer Auftrag: Sich nicht um ihrer selbst willen zu erhalten, sondern sich beständig zu reformieren und erneuern nach den Bedürfnissen der jeweiligen Zeit, ist Teil ihres Selbstverständnisses. Oder anders: Akademiearbeit heißt, Wandel zu leben.

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Die Akademiedirektorin beschreibt als Auftrag der Evangelischen Akademie Baden, aktuelle kulturelle, politische, wissenschaftliche, wirtschaftliche und religiöse Entwicklungen in der Gesellschaft wahrzunehmen, zu reflektieren und vor dem Hintergrund des Evangeliums zur Orientierung und Meinungsbildung in der Gesellschaft beizutragen.

Zentral ist für sie der kollegiale Austausch im Akademiekollegium: hier werden unterschiedliche Bereiche der Gesellschaft gemeinsam wahrgenommen und in Dialog gebracht: Arbeitswelt und Wirtschaft, ländlicher Raum, Medien, Politik, Wissenschaft, kulturelle und ethische Fragen bis hin zur Spiritualität. Dafür ist eine sehr kooperative Zusammenarbeit grundlegend, um sich bestmöglich zu vernetzen – auch untereinander.

Schwerpunkte der Akademiearbeit leiten sich aus den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen ab, die in den einzelnen Themenbereichen der Akademie gerade "dran sind". Prägend für die Themensetzungen ist die enge Verknüpfung der Studienleitungen mit ihrer Verantwortung für landeskirchliche Themenfelder. Die verschiedenen Veranstaltungen spiegeln das u.a. in den halbjährlich erscheinenden Programmen, und darüber hinaus in tagesaktuellen Anlässen.

Ein Focus von Akademiearbeit heute wird auch auf Angebote gerichtet, mit dem die Akademie weniger in der Öffentlichkeit präsent ist: angefangen bei Beratungsgesprächen, über Hintergrundveranstaltungen bis hin zu den Angeboten im Kontext der landeskirchlichen Abteilung „Kirche und Gesellschaft“, die auch von der Akademiedirektorin geleitet wird. 

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Video Uta Arngard Engelmann: Evangelisches Fundament

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Arngard Uta Engelmann

Das Fundament der badischen Akademie bleibt bei bei allem Wandel jedoch gleich: evangelisch aus Überzeugung. Und das seit 70 Jahren mitten in der Gesellschaft. Nah dran und streitbar. Dazu Arngard Uta Engelmann:

"Es gilt nach wie vor, unsere Überzeugung von evangelischer Freiheit und Verantwortung nicht nur im stillen Kämmerlein, sondern auch in der Gesellschaft zu formulieren. … Wichtig ist dabei immer, auch für die zu sprechen, die ihre Stimme nicht selbst in gesellschaftliche Diskussionen. einbringen können.“

Und im Blick auf Schwerpunkte der Akademiearbeit:

"Als evangelische Christen haben wir den Auftrag, Gesellschaft mitzugestalten. Dafür wollen wir gute Orte und Gelegenheiten für Gespräche anbieten – und uns selber stellen, Farbe und Überzeugung zeigen, Position beziehen, erkennbar werden mit unseren Haltungen. Gerade wenn es um Frieden auf der Welt und Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung geht, dürfen wir in den Diskussionen nicht unsere Hoffnungen und Werte, unsere Überzeugungen vorenthalten. Wir leben in einer Zeit schneller Veränderungen, ich nenne nur einige Stichworte – Medien, Globalisierung, Gesellschaftspyramide, Genderthematik usw. Da braucht es auch Räume der Entschleunigung, des gemeinsamen konstruktiven Abwägens und Erörterns."  

Anschaulich wird macht dies Engelmann mit dem Wandrelief und den Glasfenstern der Kapelle der Evangelischen Akademie in Bad Herrenalb, die der Stuttgarter Glaskünster Johannes B. Hewel gestaltet hat:

"Zwei Menschen sitzen sich gegenüber, ins Gespräch vertieft. Ein Platz am Tisch ist frei. Er ist ein Sinnbild für das, was wir mit unserer Akademiearbeit zu erreichen versuchen. Immer einen Platz offenzuhalten für weitere, die auch beteiligt sind. Und dieser Platz ist auch frei, damit der Geist des Evangeliums zur Sprache kommen kann. In allen Themen, die wir als Akademie behandeln, versuchen wir, diesem Geist aus der christlichen Tradition und aus unserer christlichen Verantwortung heraus Raum zu geben.“ 

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Bundesgerichtshof, Karlsruhe

Schwerpunkte setzt Akademiedirektorin Engelmann in ihrem Themenbereich Gesellschaft, Politik und Recht. So bezeichnet sie die Beschäftigung mit Sterben und Tod als "lebenswichtige Frage!“ und die Medizinethik betrachtet sie als wesentlichen gesellschaftlichen Bereich, wo entscheidende Antworten für das eigene Leben und für das Zusammenleben ausgehandelt werden. Beispielhaft dafür ist der Süddeutsche Hospiz- und Palliativkongress, der zum zweiten Mal von ihr mitorganisiert wird – und eine Austauschplattform für rund 1300 Menschen bot.

In Karlsruhe mit dem Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht sind Fragen des Rechts von besonderer Bedeutung. Mit dem im Jahr 2007 gegründeten ökumenischen "Karlsruher Foyer Kirche und Recht" bieten die beiden Kirchen in Baden stellvertretend für die katholische Deutsche Bischofskonferenz sowie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ein wichtiges Dialogforum über gesellschaftliche Fragen beider Themenbereiche. Engelmann leitet seit 2014 für die Evangelische Landeskirche in Baden diese Veranstaltungen gemeinsam mit dem katholischen Kollegen.

Engelmann setzt damit auf neuen Wegen fort, was der Akademie bereits im Jahr ihrer Gründung 1947 ein Anliegen war: damals fand die erste Akademietagung für Juristen und Juristinnen statt, bei der es um die Grundlagen von Gerechtigkeit und Rechtsprechung ging. 

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TTIP Demonstration Stuttgart

Einen weiteren Schwerpunkt legt Arngard Uta Engelmann auf Themen der Nachhaltigkeit. Sie leitet den an der Evangelischen Akademie verorteten Umweltbeirat der badischen Landeskirche, in dem schon seit den 80er Jahren fachkundig Umbrüche in der Weltordnung, in Handel, Kultur und Umwelt thematisiert werden, mit dem Ziel, als Kirche verantwortlich mitzugestalten und die Stimme für Schwache zu erheben. Ein Ergebnis davon waren u.a. die Veranstaltungen zum Nationalpark Nordschwarzwald und zu den Handelsabkommen TTIP und CETA u.a. mit der kanadischen Trägerin des alternativen Nobelpreises, Maude Barlow, und Landesbischof Prof. Dr. Cornelius-Bundschuh. Auf der Demonstration am 17. September 2016 gegen TTIP und CETA, die von der Akademiedirektorin mitvorbereitet wurde, sagte er:

"Das ist unsere Vision einer zukunftsfähigen globalen Handelspolitik: dass sie Gerechtigkeit und Menschenwürde für alle anstrebt; dass sie den Schwachen eine neue, bessere Lebensperspektive eröffnet; dass sie dazu beiträgt, die Schöpfung Gottes für alle Menschen zu bewahren! …
Wir leben in einer Welt, die nicht uns gehört! Sie ist uns gemeinsam anvertraut, damit wir sie gemeinsam bewahren, für alle Menschen auf dieser Erde, für unsere Kinder und Enkelkinder und für die Kinder und Enkelkinder im globalen Süden, für die Vielfalt des Lebens auf dieser Erde. Wir sollen und können sie so gestalten, dass alle genug haben! "
 
Der Blick auf nachhaltiges Handeln und Umweltfragen hat in der badischen Akademie eine lange Tradition. Anlässlich der Widerstände gegen das damals geplante Kernkraftwerk Whyl am Kaiserstuhl gab es 1973 eine Akademie-Tagung, bei der erstmals Vertreter aus Bürgerinitiativen, Politik, Wirtschaft und Kirche an einem Tisch saßen. Und nur vier Jahre später wurde im Kontext der Akademietagung "Die Rolle des Wissenschaftlers in der Gesellschaft" das Öko-Institut Freiburg gegründet. 1987 fand gemeinsam mit dem BUND die Tagung "Als ob Tschernobyl nicht gewesen wäre" statt, die in nächster Nähe zum damaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe die Risiken der Kernenergie noch einmal deutlich vor Augen führte. 

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Video Arngard Uta Engelmann: Gemeinsame Sprache finden

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Arngard Uta Engelmann

Wir leben in einer Gesellschaft, die höchst spezialisiert ist. Durch diese Spezialisierungen sind auch Segmentierungen entstanden: was wir wissen, ist nicht mehr unmittelbar verständlich für andere, die mindestens ebenso spezialisiert ein Thema von einer ganz anderen Seite beleuchten. Arngard Uta Engelmann beschreibt es als eine wichtige Aufgabe der Evangelischen Akademie Baden, zur Überwindung solcher Segmentierungen beizutragen. Das bedeutet, zu vermitteln, eine Sprache zu finden, mit der man sich gemeinsam über ein Thema verständigen kann und schließlich gemeinsam nach Antworten auf drängende Fragen der Gesellschaft zu suchen.

Für Engelmann macht diese Vermittlungsarbeit Akademie aus, ganz gleich ob in Bad Herrenalb oder mit dem Projekt "Akademie mobil" ab anderen Orten der Landeskirche in der Region. Als Evangelische Akademie finden die Veranstaltungen in großer evangelischer Freiheit statt. Zugleich gilt es aber auch zu zeigen, was mit "evangelisch" heute gemeint ist. Es gilt, die eigene christliche Haltung als eine Stimme im Konzert der anderen einzuspielen. Das ist Auftrag, Anliegen und Motivation für die Akademiearbeit.

Engelmann ist fest davon überzeugt, dass "wir als Kirche, als Christen etwas zu den brennenden Themen unserer Zeit beizutragen haben"  und dass es sich lohnt, in den Dialog zu gehen. Mit der weltoffenen Haltung, die ein Markenzeichen evangelischer Akademiearbeit ist, machen Menschen die Erfahrung, wie bereichernd die Überwindung von Segmentierung sein kann, aber sie erfahren auch, unterschiedliche Meinungen auszuhalten. Oft genug finden sich in diesem Miteinander beispielhafte Lösungen für die Gesellschaft.

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Intor Dr. Dieter Heidtmann

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Dr. Dieter Heidtmann mit Glocke

Der Theologe und Politologe Dr. Dieter Heidtmann ist Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA). Und ist als solcher Studienleiter der Evangelischen Akademie Baden. Sein Anliegen ist es, die vielfältigen Anforderungen in der modernen Arbeitswelt wahrzunehmen und zu begleiten. In ihrer ganzen Bandbreite angefangen beim kleinen Handwerksbetrieb über mittelständische Betriebe in der Region bis hin zur Industrie 4.0 mit Global Playern. Als besonders bereichernd für seine Arbeit erlebt es Heidtmann, mit sehr unterschiedlichen Menschen unterwegs zu sein: von den Langzeitarbeitslosen im Arbeitslosenzentrum bis zu den Vorständen eines DAX-Unternehmens, von den Angestellten einer Behörde bis zu den Mitarbeitenden einer Glockengießerei.

Letztere spielt für Heidtmann eine ganz besondere Rolle: 2016 wurde er im Rahmen eines Glockengusses in den Fabrikhallen der Gießerei in sein Amt eingeführt. Auf dem Foto schlägt er eine Glocke an, die St. Cyriakus geweiht ist, der in der katholischen Kirche als einer der vierzehn Nothelfer verehrt wird.

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Video Glockenguß Glockengießerei Bachert

Ein Glockenguss steht symbolträchtig für die Beziehung zwischen Kirche und Arbeitswelt: Aus schwerer und staubiger Arbeit entstehen Glocken als ein Symbol der christlichen Verkündigung. Das erinnert an den Reformator Martin Luther, der schon vor 500 Jahren festgestellt hat, dass jegliche Arbeit zur Ehre Gottes geschehen sollte: Arbeit aus Berufung.

Die Bilder vom fast schon archaischen anmutenden Glockenguss in der Glockengießerei Bachert sprechen für sich. Sie verweisen auf das Knowhow und die vielen Arbeitsschritte im Hintergrund, die in der Arbeitswelt auf unterschiedlichste Weise notwendig sind. Denn tatsächlich ist der Glockenguss nur der Höhepunkt von wochenlanger Arbeit.

In den Focus kommt hier aber auch ein anderes Thema: die Veränderungen in der Arbeitswelt. Nach 15 Jahren in Karlsruhe muss die Glockengießerei ins Neckartal ziehen: Ab Herbst 2017 werden in einer neu gebauten Gießerei im badischen Neunkirchen Glocken geformt und gegossen.

Was hier "nur" ein Umzug eines mittelständigen Unternehmens ist, ist andernorts die Transformation ganzer Berufszweige durch den Einsatz neuer Technologien und die Globalisierung. Ein Themenfeld, mit dem sich die Akademie und der KDA seit langem intensiv beschäftigen.













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Video Dr. Dieter Heidtmann: Europa

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Dr. Heidtmann, Betriebsbesuch Ötigheim

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels in der Arbeitswelt ist Dieter Heidtmann die "europäische Dimension" wichtig. Er war mehrere Jahre lange in Brüssel tätig, weiß also, wovon er spricht, wenn er auch im Blick auf die Akademiearbeit immer wieder die europäische europäische Ebene ins Spiel bringt:

"Ich halte es für wichtig, die Evangelische Akademie Baden Schritt für Schritt weiter zu 'europäisieren': Zum einen aufgrund der Lage im Dreiländereck und am Herkunftsfluss (Rhein) und Zukunftsfluss (Donau) Europas. Zum anderen, weil die europäische Ebene längst die entscheidende politische, wirtschaftliche, rechtliche und kulturelle Handlungsebene geworden ist, auch wenn das angesichts der regionalen Verankerung der Landeskirchen noch nicht immer wahrgenommen wird. Viele wichtige Entscheidungen werden heute nicht mehr in Stuttgart oder Berlin getroffen, sondern in Brüssel."

Tatsächlich sind europäische Themen seit vielen Jahren wichtig für die badische Akademie. Beispielhaft stehen dafür die deutsch-französische Reihe "Trialogue", aus der das "Europäische Forum Religion und Politik“ in Strasbourg entstanden ist, Kooperationstagungen mit anderen europäischen Akademien oder die Partnerschaftsarbeit mit der Industrieseelsorge in Frankreich und der Schweiz.

 Angesichts der Turbulenzen, denen Europa ausgesetzt ist, hofft Heidtmann, dass es mit dem europäischen Gedanken wieder aufwärts geht. Die Kirchen sieht er in einer besonderen Verantwortung:  "Als Kirche müssen wir Europa eine Seele geben, damit es eine Zukunft hat."

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Video Dr. Dieter Heidtmann: Zukunft der Arbeit

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In den letzten 8 Jahren sind über 20% der Industrie-Arbeitsplätze in der Region verloren gegangen. Roboter erledigen die Arbeit fast ohne Zutun des Menschen. Neue Jobs gibt es in der digitalen Wirtschaft, aber nicht für alle. "Ein Teil der Menschen hat große Zukunftschancen, während andere mit ihren Fähigkeiten auf einmal nicht mehr gebraucht werden", betont Dieter Heidtmann. Die Begleitung des strukturellen Wandels hält der Theologe für eine wichtige Aufgabe für die Kirche und Akademie: Sorge dafür tragen, dass unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht.

Faktisch spiegeln sich im Alltag von Arbeitswelt und Wirtschaft die großen gesellschaftlichen Fragen. Diese lassen sich, so Heidtmann, noch immer mit dem Dreischritt "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" beschreiben. Dazu hatte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) bereits bei seiner Vollversammlung 1983 in Vancouver aufgerufen.

An allen drei Themen ist die Akademie und der KDA 'dran': Beim Thema Gerechtigkeit mit den Schwerpunkten Globalisierung und Soziale Marktwirtschaft. Beim Thema Frieden mit dem Projekt zur Rüstungskonversion. Beim Thema Nachhaltigkeit mit Projekten zur Unternehmensethik oder zu nachhaltigen Geldanlagen. Thematisch gehören dazu auch die Veranstaltungen zur Technikethik.“ In den anderen Fachbereichen werden zu diesen Themen noch weitere Schwerpunkte gesetzt.

Heidtmann versteht sich als "Wanderer zwischen den Welten“. Er sieht es als seine Aufgabe an, die Fragen und Anliegen aus der Arbeitswelt in die Kirche einzubringen und umgekehrt Positionen protestantischer Wirtschafts- und Sozialethik in die Wirtschaft- und Arbeitswelt zu vermitteln. Dank der Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsfeldern der Akademie fließen beispielsweise in Veranstaltungen für die Wirtschaft auch spirituelle Angebote ein.

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"Kirche muss für andere da sein", lautet Heidtmanns Motto in Anlehnung an Dietrich Bonhoeffer. Und sich einzumischen, soweit dies möglich ist. Er will in Kirche und Gesellschaft mitgestalten, mitwirken. Veränderungen anstoßen. Gerade im Bereich der Arbeitswelt Akteur im besten Sinne sein:

"Angesichts der tiefgreifenden Wandlungsprozesse in Wirtschaft und Arbeitswelt besteht eine große Nachfrage nach Möglichkeiten, in einem geschützten Raum Zukunftsfragen zu diskutieren und Lösungen zu entwickeln."

Damit knüpft Heidtmann bewusst an die Ursprünge der Akademiearbeit vor 70 Jahren an. Damals ging es darum, Deutschland neu und demokratisch aufzubauen. So schreibt der damalige Akademidirektor Hans Schomerus 1953 über die "Arbeiter-Tagungen" der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Männerwerk Baden:

"Die Neuheit dieser Aufgabe beruht darauf, daß mit dem Aufkommen der industriellen Gesellschaft, deren vornehmste Repräsentanten auf der einen Seite die Unternehmerschaft, auf der anderen Seite die Arbeiterschaft darstellen, sich Formen des gemeinschaftlichen Lebens entwickelt haben, die mit den überkommenen Mitteln der örtlichen Kirchengemeinde nicht mehr gültig und sinnvoll erfaßt werden können.“ 

Damals hatte die Akademie Tagungen für Lehrlinge und Ausbilder, für Handwerker, für Arbeiter, Arbeiterinnen und Betriebsräte, für Ingenieure, Industrielle, aber auch für Sozial- und Personalleiter vorgesehen. Und auch 2017 richtet sich die Arbeit des KDA immer noch an dieselben Berufsgruppen, auch wenn natürlich die Zukunftsfragen der Wirtschaft in einer Zeit, in der die Digitalisierung zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor geworden ist, anders aussehen.

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Video Dr. Dieter Heidtmann: Akademie als 3. Ort

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Betriebsbesuch Ötigheim

Gerade in Zeiten des Wandels zeigt sich aber, wie wichtig eine Akademiearbeit ist, die sich als Ort einer anderen Diskurskultur versteht. Heidtmann betont: 

"In einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Diskussionen auch unter Mitwirkung der Neuen Medien vor allem durch die Lautstärke bestimmt werden, braucht es Orte mit einer anderen Kultur der Begegnung, die Freiräume für Neues schaffen." 

Die Evangelische Akademie ist für Heidtmann kein Bildungswerk und keine Volkshochschule, sondern ein Ort der Begegnung zur Lösung gesellschaftlicher Fragen. Gefragt nach der besonderen Motivation für seine Arbeit antwortete er:

"Die Arbeitswelt ist der Bereich, der die Lebenswirklichkeit der Menschen wie kein anderer prägt. Die Kirchen haben sich hier weitgehend zurückgezogen. Das Evangelium neu ins Gespräch zu bringen zu den existentiellen Fragen, die in der Arbeitswelt sichtbar werden, finde ich eine große Herausforderung. Die Menschen, denen ich in den Unternehmen begegne, sind immer wieder überrascht, dass sich die Kirche überhaupt dafür interessiert, wie es ihnen geht: 'Ach was, so etwas macht Kirche also auch …'"

Die Akademie wird so zum 3. Ort, an dem Menschen zusammenkommen können, die sich sonst wahrscheinlich zu einem Thema nicht begegnen würden, aber auch ein Ort, von dem Bewegungen ausgelöst werden und Neues entsteht. "

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Dr. Dieter Heidtmann

"Was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele?" Diese Frage aus dem Markus-Evangelium (Mk 8,36) ist in der heutigen Arbeitswelt aktueller denn je. Der Zeitdruck und die Geschwindigkeit im Arbeitsalltag haben unglaublich zugenommen, feste Arbeitszeiten und Arbeitsorte gibt es immer weniger. Alles ist in Bewegung. Und wo bleibt da der Mensch?

Dieter Heidtmann testet auf dem Foto aus, was es heißt, mitten im (Berufs-)Alltag auch einmal innezuhalten. Zu spüren, wo der eigenen Standort, der eigene Mittelpunkt ist. Auch in schwierigen Situationen."Die richtige Balance zwischen Leben und Arbeit, Familie und Beruf zu finden, ist  eine echte Herausforderung", unterstreicht er.

Die Evangelische Akademie bietet deshalb auch "Freiräume" für Auszeiten und Rückzugsmöglichkeiten aus dem Alltag. Ganz bewusst setzt sich der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags ein. Weil wir im Leben gemeinsame freie Zeiten brauchen: für Gott, für die Menschen, die uns wichtig sind, für uns selbst.

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Intro Dr. Gernot Meier

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Dr. Gernot Meier

Sehen Sie es auch? Da draußen: Ein UFO zieht am Wolkenhimmel vorüber. Aber ist es wirklich ein UFO? Oder gibt es gar keine UFOs? Und ist der Himmel am Ende nur eine Leinwand in einem Filmstudio? Eine Frage der Weltanschauung?

Dr. Gernot Meier ist Experte in Sachen Weltanschauung. Das Thema ist sein Spezialauftrag im Rahmen der Evangelischen Akademie. Manchmal geht es dabei auch um UFOs. Letztlich aber um viel mehr. Dazu Meier: 

"Weltanschauungsarbeit befasst sich im Kern mit grundsätzlichen Veränderungen in der religiösen Landschaft. Diese sind hauptsächlich in den Veränderungen und kaum im Mainstream sichtbar, obwohl sie genau dort ihre Wirksamkeit entfalten. Weltanschauungsarbeit ist also auf Zukunft ausgerichtet. Wer nicht weiß, wo und wie sich Religion und Gesellschaft verändert, wird sich letztlich schwer tun bei der Beurteilung, wie sich die Zukunft der Kirche gestaltet. Daher ist Weltanschauungsarbeit auch eine Spurensuche, ein Versuch, Veränderungsprozesse frühzeitig zu erahnen."

Themen, mit denen Meier sich besonders beschäftigt, sind beispielsweise religiös motivierte Gewalt, religiöse Fankultur, religiöse Gruppierungen.

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Video Dr. Gernot Meier: Die Medienverbundmaschine Internet

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Dr. Gernot Meier

Die Weltanschauungsarbeit ist nur eine Facette der vielen Hüte, die Gernot Meier trägt. Manchmal fühlt er sich nach eigener Aussage wie der Erzähler in Jan Koneffkes Roman "Die sieben Leben des Felix Kannmacher", der vom Autor als unzuverlässiger Erzähler eingeführt wird: eine stabile und eindeutig erzählte Welt lässt sich nicht ausmachen. In einer als inkonsistent empfundenen Welt gelingt es kaum noch, objektive Wahrheiten darzustellen.

Dieses Gefühl ist nicht weiter verwunderlich: Es basiert augenscheinlich auf Meiers Erfahrungen als Religionswissenschaftler, aber auch auf der breiten Themenpalette, die seinen Arbeitsbereich ausmacht: neben der Weltanschauungsarbeit sind das auch die schier uferlosen Themen Medien, Kultur und Wissenschaft. Man kann es fast schon als ein Merkmal dieser Akademie bezeichnen, trotz ihrer relativen Kleinheit ausgesprochen viele Themenfelder für die Evangelische Landeskirche in Baden explorieren zu sollen.

Da hilft es nur, Schwerpunkte zu setzen. So richtet Meier ein besonderes Augenmerk auf die vielfältigen Formen von Religion in der "Medienverbundmaschine" Internet. Und bietet dazu Veranstaltungen an, die er ausdrücklich als "partizipativ und praxisorientiert" verstanden wissen will. Erklärtes Ziel: die ethische Reflexion von Konsequenzen der digitalen Revolution auf die Lebensführung und für die Gesellschaft.

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Das Thema UFOs ist für Meier letztlich nur eine Randerscheinung im Kontext seiner Arbeit. Aber ein Vortrag wie "Das maximal Andere" über die Begegnung mit Außerirdischen, Geistern und herabgestiegenen Meistern steht durchaus für den schillernden Bezugsrahmen Meiers.

Es kommt nicht von ungefähr, wenn er unterstreicht, dass seine bisher absolut wichtigste Veranstaltung die Akademietagung "Die Begegnung mit Verstorbenen“ war. Viele Menschen erleben nach dem Tod eines Partners oder eines Verwandten, dass der Verstorbene noch ganz real "anwesend" ist. Doch in einer sich aufgeklärt gebenden Welt haben Phänomene wie Spuk, die Anwesenheit Verstorbener oder paranormale Phänomene wenig bis keinen Platz. In unserer sich aufgeklärt gebenden Welt und gerade auch im protestantischen Kontext wurden solche Phänomene bislang eher mit Skepsis betrachtet.

Auch die Kommunikation mit Wesen aus anderen Welten sei für viele durchaus ganz normal. So war Ende 2014 im Magazin "Focus“ ein Artikel mit dem Titel "Wenn Geister ans Fenster klopfen – Paranormale Phänomene: Bei drei von vier Deutschen spukt es einmal im Leben“ zu lesen. Und in seiner Beratungstätigkeit macht Meier die Erfahrung, "dass es viele Menschen gibt, die Phänomene vielgestaltiger Art mit Verstorbenen erleben und auf der Suche sind, diese in ihre individualreligiösen Kontexte einzubetten.“

Meier hält es für dringend notwendig, dass sich die Kirche dieses Themas annimmt. Er arbeitet deshalb auch mit der Parapsychologischen Beratungsstelle (PB) der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie in Freiburg zusammen, die sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit außersinnlichen Erscheinungen auseinandersetzt.

 

Youtube-Video über die Tagung "Geister und Dämonen"
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Hintergrund-Loop Collage mit Kopf einer Frau

Die Wahrheit ist fluide geworden in der Postmoderne, der Einzelne wird zum Geschichtenerzähler. Und das Leben hat viele Narrationen, eine stabile und eindeutig erzählte Welt lässt sich nicht ausmachen. Darüber hinaus formuliert Meier bewusst „Das Leben besteht aus Narrationen, nicht aus Atomen“.

Von daher handelt diese Story über einen veritablen Geschichtenerzähler. Der Religionswissenschaftler Meier hat „viele Identitäten“, er ist ein „Kind der Postmoderne“ exploriert Felder und entwirft sich dabei jeweils neu, wie er sagt. Sampling, Mix und Traditionsabbruch beschreiben aus seiner Sicht besser die Wirklichkeit der Wirklichkeiten: Daher hat Meier „Freude an unzuverlässigem und unglaubwürdigem Erzählen, an der Collage, Crossover und Ironisierungen“. Vorsicht denke ich mir, was soll ich nun denken. Ist das eine Falle?

Als ich beim Schreiben aus dem Fernster schaue, sehe ich kein UFO am Himmel vorbeifliegen. Nur die Wolken haben es eilig.  Irgendwie bin ich erleichtert. Gott sei Dank.

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Video Dr. Gernot Meier: Über meine Arbeit

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Dr. Gernot Meier

Um was geht es Gernot Meier bei seiner Arbeit? Primär um die Verkündigung des Evangeliums in die Gesellschaft. Handlungsleitend sind dabei für ihn drei Begriffe aus der Resilienzforschung: Verstehbarkeit, Handbarkeit und Bedeutsamkeit.

So fragt er u.a.: Was umgibt uns, was bedeutet es, wenn Menschen an ganz andere Dinge glauben als ich selbst? Aber auch: Wie wollen wir uns als Christen in der heutigen Welt positionieren, gerade auch im Blick auf die digitale Revolution? Was ist zwar "nice to have", aber sollten wir besser sein lassen?

Near Future ist ein Begriff, mit dem sich Meier auseinandersetzt.


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Konstantin von Notz und Gernot Meier

Wie sehr sich die Welt verändert und immer uneindeutiger wird, wird an dem Thema „Digitalisierung“ sichtbar, das Dr. Gernot Meier mit mehreren Veranstaltungsreihen an der Evangelischen Akademie Baden beackert hat. 2013 unter dem Titel "Die kleinen Androiden – Der Maschinenmensch und die elektrische Katze", 2014 "Die kleinen Androiden – reloaded", 2015 "Digitale Selbstverteidigung – Kryptographie als höchste Form des gewaltfreien Widerstandes" und 2016 "12 Köpfe, 12 kontroverse Positionen, 1 Herausforderung: Die digitale Revolution“.

Einer seiner Referenten war der netzpolitische Sprechers der Grünen im Bundestag, Dr. Konstantin von Notz (MdB), der für seinen Beitrag 2015 den Bad Herrenalber Akademiepreis erhielt. In seinem Akademievortrag an der Universität Freiburg bezeichnete er die Digitalisierung "als härtesten Umbruch, der unsere Gesellschaft in den letzten 100 Jahren getroffen hat". Sie verändere unsere Arbeitswelt und unser Privatleben nachhaltig.Inzwischen besäßen mehr als 50% der Deutschen ein Smartphone. Den wenigsten sei allerdings klar, dass sie damit "freiwillig eine Wanze mit sich tragen". Der vernetzte Mensch erzeuge Datenspuren, es sei zu befürchten, dass der "digitale Fingerabdruck" mehr noch als die Entschlüsselung der DNA unser ganzes Leben begleite und damit über unsere Zukunft bestimme.

Die Evangelische Akademie Baden nimmt damit weiterhin eine Vorreiterrolle in Sachen Rezeption der Digitalisierung im kirchlichen Kontext ein. Im Jubiläumsjahr 2017 ist auch hier auf Traditionsstränge zu verweisen: Im Januar 1968 fand unter der Leitung von Akademiedirektor Dr. Wolfgang Böhme die Tagung "Ist der Mensch ein Computer? – Über Kybernetik und Seele" statt. Das Vorläuferthema "Datenverarbeitung" wurde schon 1975 mit der Veranstaltung "Datenschutz und Persönlichkeitsrecht" aufgegriffen. Und 1988 fragt Dr. Ullrich Lochmann im Vorwort des Herrenalber Protokolls zur Tagung "Informations- und Kommunikationstechniken“ kritisch: "Wird die verbesserte und vermehrte elektronische Kommunikation zugleich auch mehr menschliche Kommunikation im herkömmlichen Sinn mit sich bringen?"

Schließlich sollte bei dieser kleinen Rückschau nicht unerwähnt bleiben, dass die Akademie bereits im Oktober 1996 mit einem ersten Internetauftritt im heute scheinbar allmächtigen World Wide Web unterwegs war – wofür anfangs noch richtige Überzeugungsarbeit notwendig war.

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Unter dem Titel "10 Thesen für die digitale Revolution“ zeigt Gernot Meier, warum aus christlicher Perspektive die Digitalisierung begleitet und gestaltet werden muss. Seine erste These setzt sich in Anlehnung an das erste Gebot mit den digitalen Bilderwelten auseinander. Er formuliert sehr deutlich, welche Macht Bilder im digitalen Zeitalter haben:

"Uns Menschen ist die Freiheit geschenkt, uns zu verändern. Deshalb: Du sollst dir kein Bildnis machen. Die Überwachungssysteme forcieren Bilder von uns, und unsere eigene digitale Gedankenlosigkeit erlaubt es, dass Bilder unseres gesamten Lebens von uns gemacht werden. Bilder, auf die wir festgenagelt werden können. Bilder, denen wir uns nicht mehr entziehen können. Diese Bilder werden aus den Datenspuren und unseren Lebensgewohnheiten erstellt. Diese Bilder machen Maschinen. Menschen sind heute dabei schon weitgehend unbeteiligt. Aber diese von Maschinen hergestellten Bilder bestimmen die Menschen weiter. Wenn dann Entscheidungen von Menschen aufgrund dieser maschinell erstellten Daten anstehen, ist es kaum noch erkennbar, warum eine Person in ein solches Raster gefallen ist. Diese Bilder können unser Leben so determinieren, dass wir nie mehr die Möglichkeit haben, uns aus dieser Gefangenschaft zu befreien." 

Eine unheimliche Vorstellung. Womit wir wieder bei den Dämonen sind, diesmal aber eine handfeste digitale Variante. Die Thesen sind nachzulesen auf den Akademie-Homepage.

"10 Thesen für  die digitale Revolution"


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Intro Claudia Rauch

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Unter dem Motto "Demokratie – Werte – Vielfalt“ bietet die Youth Academy Jugendlichen und jungen Erwachsenen Denk- und Erfahrungsräume für die eigene politische Urteilsbildung. Die Youth Academy ist eine gemeinsame Initiative von Evangelischer Akademie und Evangelischer Jugend Baden. Eines ihrer Themen ist Diversity, was sich mit Vielfalt statt Gleichförmigkeit. übersetzen lässt. Dazu Pfarrerin Claudia Rauch, Referentin für gesellschaftliche Jugendblidung an der Akademie:

"Es geht mir um Vielfalt als Geschenk christlicher Freiheit. Von da aus sensibilisiere ich junge Menschen für eine Lebenseinstellung, die es zulässt, verschieden zu sein. Wir versuchen unseren Veranstaltungen Möglichkeiten aufzuzeigen, die eigene Sicht selbstbewusst zu reflektieren und andere Sichtweisen zu akzeptieren. Vielfalt und Buntheit sind eine Chance und gehören zum eigenen und zum Leben der Anderen dazu."
 
Weitere aktuelle Veranstaltungen und Module der Youth Academy sind das Seminar "Hate Speech“ zum Umgang mit Hass und Hetze im Netz“, der Workshop "Nur mal schnell die Welt retten" über Nachhaltigkeit und alternatives Wirtschaften, Veranstaltungen in der Themenreihe über "Formen des aktuellen Antisemitismus", aber auch der Foto-Workshop über Selbstwahrnehmung.

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Claudia Rauch

Claudia Rauch ist die Jüngste im Akademie-Team, seit der großen Umgestaltungen der Akademie 1990 auch Akademiekollegium genannt. Sie ist quasi "verwachsen" mit dem Medium Smartphone. Digital Native im besten Sinne also - und damit nah an der eigentlichen Zielgruppe: Junge Menschen sind heute ganz selbstverständlich im Netz unterwegs und können sich oftmals keine Welt mehr ohne digitale Medien vorstellen.

Whatsapp, Facebook, Instagram, Twitter und Co heißen die Tools, die im Moment (noch) angesagt sind. Wie und wo erreichen wir junge Menschen mit kirchlichen Fragestellen, mit der Akademiearbeit? Die Antwort ist für Rauch klar: Dort, wo sie unterwegs sind. Das heißt auch im Netz. Und tatsächlich huschen ihre Finger zielstrebig über das Display des Smartphones, dem kleinen Computer für überall.

"Youth Academy – Freitag geht's los! ☺" Eine Info zur Erinnerung an alle Veranstaltungsteilnehmerinnen und -teilnehmer.  Kommunikation in Bruchteilen von Sekunden ...

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Claudia Rauch

Erst die persönliche Identifikation mit einer Frage – so Claudia Rauch – weckt die Motivation, sich im Hinblick auf ein Thema zu positionieren und Stellung zu beziehen. Diskurse als Selbstzweck ohne persönliche und auch emotionale Aneignung bleiben an der Oberfläche und im „luftleeren Raum“ und somit ohne wirkliche Relevanz. Deshalb versuchen die Angebote der Youth Academy, gesellschaftlich relevante Themen von der Metaebene „ins Leben“ zu transportieren.

"Ich bin davon überzeugt, dass Akademiearbeit im Wortsinne 'bewegend' sein muss. Das bedeutet Fragen zu stellen: Was sagt mir etwas? Womit kann ich mich identifizieren? Was bewegt mich? Wer bin ich? Wie sehe ich mich in der Gesellschaft? Was ist mir persönlich wichtig? Wo möchte ich mich einbringen? Bietet mir der christliche Glaube Orientierungsmöglichkeiten?"

Es geht dabei weniger um die intellektuell-kognitive Metaebene, sondern um emotional „bewegende“ Fragestellungen. Und natürlich ist es wichtig, keine fertigen Antworten zu präsentieren, sondern mit den Jugendlichen gemeinsam ins Nachdenken zu kommen.

Entsprechende Themen findet Claudia Rauch als Pendlerin gleichsam auf dem Weg: in der Straßenbahn von Karlsruhe nach Pforzheim, in Gesprächen mit Jugendlichen aber auch bei der Recherche in den sozialen Netzwerken. Das Smartphone spielt also eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung von Akademieveranstaltungen.

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Akademie-Jugendbildung 2017 und 1963

Die Jugendbildungsarbeit der Akademie ist scheinbar das jüngste Kind der Akademie. Schaut man genauer hin, ist sie – mit Unterbrechungen – inzwischen auch schon über 60 Jahre alt. Ihre Schwerpunkte lagen lange auf der berufsbezogenen Industrie- und Sozialarbeit. Im Bewusstsein der badischen Akademie, die anders als die Evangelische Akademie Bad Boll eher kulturprotestantische Themen aufgriff, fristete sie eher ein Schattendasein. Das war sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass die meisten Jugendbildungsreferentinnen und -referenten nicht in Karlsruhe im Evangelischen Oberkirchenrat, sondern in Mannheim ihre Büros hatten.

In Zeiten, in denen ein Akademiebesuch keine Selbstverständlichkeit mehr ist, ist es zu einem Umdenken gekommen. Es wurde deutlich, dass die Jugendbildungsarbeit mit der Zukunft der Akademie verbunden ist. Horst Bechtold ist in diesem Zusammenhang als erster Akademie-Jugendbildungsreferent zu nennen. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts betreute er zunächst
Heimatvertriebene in badischen Flüchtlingslagern:

„Meine Aufgabe bestand darin, mit den Heimatvertriebenen Veranstaltungen durchzuführen und für die Jugendlichen einen Job in der Industrie zu vermitteln. Daraus entwickelte sich dann die Jugendarbeit unserer Akademie.“

So schrieb Horst Bechtold 1997 anlässlich des 50. Jubiläums der Akademie. Gut 20 Jahre später wird die Bedeutung der Jugendarbeit für die Akademie neu entdeckt und setzt mit der Youth Academy Zeichen in Richtung Zukunft.

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Video Claudia Rauch: "Mal rauskommen"

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Claudia Rauch

In ihrer Arbeit reizt Rauch neben dem direkten Kontakt mit jungen Menschen auch die Vielfalt möglicher Themen. Sie klingen auch erfrischend außergewöhnlich: „Präriewolf, Zitronenhai, Paradiesvogel – Mit interkultureller Kompetenz gegen Rassismus“ lautet zum Beispiel eine interkulturelle Simulation für Jugendliche ab 16 Jahren. Sie greift das Sprichwort auf "Alle Menschen sind Ausländer – fast überall“. Wie fühlt es sich eigentlich an, fremd in einem Land oder einer Kultur zu sein? Wie ist es umgekehrt, wenn in meine Heimat Fremde kommen? Ziel des Angebots ist es, die Verunsicherungen und Ängste Jugendlicher in Bezug auf die sich wandelnde Migrationsgesellschaft exemplarisch und erlebnisorientiert aufzugreifen.

Im Video berichtet Rauch, dass der Fotoworkshop "Wann bin ich schön" von einer Teilnehmerin als besondere Chance erlebt wurde, aus der gewohnten Umgebung einmal herauszukommen und ganz anders über ein Thema nachdenken zu können..

Der Fotoworkshop ging Schönheitsidealen gestern und heute sowie in anderen Ländern auf den Grund. Neben der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Idealvorstellungen entstanden im Workshop mit der Heidelberger Fotografin Gülay Keskin Fotos der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die später kreativ bearbeitet wurden. So konnte unmittelbar erfahren werden, was es bedeutet, wenn Bilder verändert und manipuliert werden können und wie sich das auf unsere eigenen Vorstellungen von Schönheit auswirkt.


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Collage Claudia Rauch

Unter dem Titel "Youth  Academy" verbirgt sich ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Akademie Baden und des Kinder- und Jugendwerkes Baden eingebunden. Es möchte zum einen Jugendliche und junge Erwachsene erreichen, zum anderen wendet es sich an MultiplikatorInnen, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind. Zu ihnen gehören alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die mit Jugendlichen in der Schule oder in der Freizeit zu tun haben.

Im Team arbeitete Pfarrerin Claudia Rauch bis Anfang Oktober 2017 mit Constanze Thielen zusammen, die innerhalb der Landeskirche jetzt zu den Freiwilligen Ökumenischen Friedensdienstes (FÖF) gewechselt ist.



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Claudia Rauch u.a.

"Antisemitismus und Protestantismus. Verstrickungen, Beiträge, Lernprozesse" heißt eine Veranstaltungsreihe, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und von der Evangelischen Kirche in Deutschland gefördert wird. In den kommenden Monaten finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt, die Antisemitismus als gegenwärtiges Phänomen aufgreifen und den gesellschaftlichen Umgang damit beleuchten.

Die Evangelische Akademie Baden beteiligt sich gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Thüringen an diesem Netzwerkprojekt der Akademien. Unter dem Titel "Bielefeld gibt es nicht“ bietet Claudia Rauch ein Wochenende für junge Erwachsene ab 16 an, das populäre Verschwörungstheorien und Welterklärungsversuche unter der Lupe  nimmt. Von Chemtrails, Lügenpresse, 9/11, BRD GmbH, Reichsbürgertum ist gerade in den sozialen Netzwerken zu lesen. Schaut man genauer hin, stehen dahinter häufig rechtsextreme sowie althergebrachte antisemitische Vorstellungen und Überzeugungen. 

Das Angebot der Youth Academy ist überregional über die Evangelische Trägergruppe verbunden – ein bundesweites Fachnetzwerk der politischen Jugendbildung. Es koordiniert die politische Jugendbildung von zwei Verbänden – der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) und der Evangelischen Akademien in Deutschland e. V. (EAD).

Evangelische Trägergruppe




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Intro Susanne Schneider-Riede

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Susanne Schneider-Riede sitzt hier an einer Weggabelung. Das ist ein Bild dafür, an welchen Punkten Stille für sie persönlich "immer wieder eine Möglichkeit war, mit zu entscheiden, wo es lang gehen könnte, was der nächste Schritt ist". Stille ist keineswegs immer lautlos, oft ist in der Stille auch etwas zu hören, wie hier im Weingartener Moor der Wind in den Bäumen, Vogelrufe und Froschquaken. Sie sagt dazu:

"Das ist das Besondere an der Stille, dass ich letztendlich ins Hören komme. Ins Hören heißt in der Tradition ins Lauschen zu kommen auf das, was in Gottes Schöpfung zu hören ist, aber auch auf das, was sich in mir regt und meldet. Und was dann vielleicht auch Töne Gottes sein könnten."

Stille hat für sie als Geistliche Begleiterin ganz viel damit zu tun, in dieses Hören zu kommen. Sie berichtet davon, dass sie immer "hell-höriger" wird, wenn sie in der Stille unterwegs ist. Und sich manchmal fast überfordert fühlt, in den Alltag, in den Straßenverkehr zurückzukehren. Und vielleicht ist sogar der entscheidende Moment. Denn "die Übung ist – ganz gleich ob in einem Naturschutzgebiet oder auf einer Verkehrskreuzung in der Karlsruher Innenstadt – ins Hören zu kommen".

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Veränderungen

Im Geistlichen Leben spielt die Meditation eine wichtige Rolle. Was ist damit aus christlicher Sicht gemeint? Susanne Schneider-Riede sagt:

"Medition führt über mich hinaus. Sie öffnet Zugang zu Räumen, die mich selbst in meinem Ichsein überschreiten. Räume, in denen man sich zugleich nicht verliert. Weil sie geerdet sind durch den Glauben an Jesus Christus." 

Auf den beiden Fotos ist jene Weggabelung zu erkennen, an der Susanne Schneider-Riede eben noch lauschend saß. Meditieren führt nicht immer zur Entscheidung für den einen oder anderen Weg, sondern schafft eine neue Qualität der Selbst- und Fremdwahrnehmung. So wie sich auf dem Foto die Schwarzweiß-Welt in Farbe auflöst.

Meditation öffnet Wege und kann so zu Gott hin führen.







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Für die Akademie ist Spiritualität seit je her ein wichtiges Thema. Davon spricht die erste Akademieveranstaltung 1947, die mit "Tage der Besinnung und Vertiefung" betitelt war. Dr. Friedrich Schauer, der erste Leiter der Akademie, war ein Mann der Michaelsbruderschaft, zu deren Zielen „die Vertiefung des geistlichen Lebens“ gehört. Damals floss erstmals die Praxis des Tagzeitengebetes in die Akademiearbeit ein. Schauer setzte sich für ökumenische Offenheit, aber auch für eine Haltung "schlichter Frömmigkeit" ein, die "nicht nur in der geistlichen Rede … reichlich zur Entfaltung kommen muss, sondern vor allem in der steten Bereitschaft zum Einzelgespräch".

Für Dr. Wolfgang Böhme, Akademiedirektor von 1967 bis 1987, spielte Taizé eine wichtige Rolle. Und viele seiner Tagungen setzten sich mit dem Thema "Christliche Mystik“ und dem Weg nach innen auseinander. Für Böhme der Hinweis auf eine Reformbewegung:

"Die mystischen Strömungen unserer Zeit sind ein Zeichen dafür, dass sich viele … nach einer Umkehr sehnen. Mystik ist … eine Reformbewegung gegenüber einer Zeit und Kirche, in denen sich das Äußere vordrängt und der Glaube sich in frommen Gewohnheiten und Aktivitäten zu erschöpfen droht. Da muss der Weg nach innen beschritten werden.“ 

1987 wurde auf Initiative von Wolfgang Böhme und Josef Sudbrack die Gesellschaft der Freunde christlicher Mystik e.V. gegründet. 2014 erhielt ihr jetziger Vorsitzender, Prof. Dr. Peter Zimmerling, den Bad Herrenalber Akademiepreis für seinen Beitrag "Den Glauben ins Leben ziehen. Christliche Existenz zwischen kritischer Ratio und gelebter Mystik." Darin schreibt er: "Mystische Erfahrung öffnet für das Fremde, Unbegreifliche, für das, was das Verstehen überschreitet.“

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Video Susanne Schneider-Riede: Geistliches Leben

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Susanne Schneider-Riede

Diese Suche nach Wurzeln der Frömmigkeit wurde seinerzeit eher belächelt bzw. als Nebenstrang der theologischen Auseinandersetzung abgetan. Karl Rahners Wort "Der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein" gewinnt vor dem Hintergrund einer religionspluralen bis religionsfernen Gesellschaft aber immer mehr an Bedeutung. "Selbst-Bewusstsein“ entwickeln scheint im Feld Geistlichen Lebens im Moment der konstruktivste Ansatz. Dazu Schneider-Riede:  

"In der christlichen Tradition sind ganz viele Schätze zu finden, die gerade heute 'lohnen', wiederentdeckt zu werden. Dazu gehören Stilleübungen, das Herzensgebet, die Formen der Geistlichen Begleitung, dem Tag einen Rhythmus geben, Geistliche Schriftbetrachtungen, ora et labora, die Kraft der Mystik.“

 In der Spiritualität vermischen sich Tradition und eher undogmatische Tendenzen des religiösen Erlebens auf eine spannende Weise. 

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Für Susanne Schneider Riede beschreibt Spiritualität einen wesentlichen Aspekt der Lebensführung. Und fast schon eine Reformation der Reformation: Nichts weniger als die Wiederentdeckung der geistlichen Dimensionen des Protestantismus. Sie hält es für notwendig, "wieder Zugang zu den diesen Quellen zu eröffnen“.

Auf der Basis der eigenen geistlichen Traditionen kann dann zum Beispiel eine sinnvolle Auseinandersetzung mit "Achtsamkeit“ oder auch "Spiritual Care“ geschehen. "Wer die eigenen Wurzeln kennt und in ihnen (neu) Halt findet, ist dialogfähiger. Gerade in unseren gesellschaftlichen und politischen sowie kirchlichen Umbrüchen braucht es geerdete und verwurzelte Menschen.“ (Susanne Schneider-Riede)

Deutlich ist, dass die Relevanzfrage von Kirche und Glaube in der heutigen Gesellschaft mehr denn je gestellt: "Wir müssen jetzt neu lernen, mit unserer Irrelevanz umzugehen und darauf zu achten, dass dabei unser eigener Glaube nicht auch noch für uns selbst an Relevanz verliert“.




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Betende Hände

Die Angebote im Kontext der Evangelischen Akademie sind für Susanne Schneider-Riede zwar nur ein kleiner, aber wichtiger Teil ihrer Arbeit: Denn die Akademie eröffnet die Möglichkeit, intellektuelle Grundlagen im Blick auf Spiritualität und geistliches Leben heute zu erarbeiten. Zudem geht es auch um Veranstaltungen für Zielgruppen der Akademie, etwa die Fastentagungen, Pilgerreisen oder aktuell die 24-Stunden-Retraite für Führungskräfte. Solche Veranstaltungen schaffen Rückzugsräume auf Zeit. Und eröffnen im Kontext der christlichen Tradition die Chance, Klarheit für das eigene Tun und Lassen zu gewinnen.

Als Leiterin der Fachstelle Geistliches Leben will Schneider-Riede das Thema Spiritualität in all seinen Facetten noch stärker als bisher in der badischen Landeskirche verorten. Und damit die Basis zu schaffen, dass es als sinnvolle und sinnstiftende Haltung wieder mehr in die Welt kommt.

Kommunikation ist für sie "das große Thema zwischen Himmel und Erde". Dazu gehört auch das Herzensgebet als Möglichkeit, mit Gott in Verbindung zu treten. Im Herzensgebet kann das Leben in der Gegenwart Gottes erfahren werden. Es nimmt im Idealfall alle Bereiche des menschlichen Da-Seins in den Blick, das Herz steht dabei für die personale Wesensmitte des Menschen.

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Audio und Video Susanne Schneider-Riede: Geistlicher Dreiklang

Weingartener Moor

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Video Holzsteg mit Susanne Schneider-Riede

Im Hören sich öffnen. Und vielleicht auch neue Schritte wagen. Vor allem aber: "Ein Gespür für sich selbst, für Gott und für andere zu entwickeln". Dieser geistliche Dreiklang ist Susanne Schneider-Riede wichtig.

Als Missverständnis bezeichnet sie es, wenn man geistliches Leben und Weltabgewandtheit zusammenbringt. Das Gegenteil sollte der Fall sein: Nach dem Rückzug in die Stille sich immer wieder den anderen zuwenden, sich in die Welt begeben.

Dem Leben in all seinen Facetten zugewandt. Weltoffen.

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Intro Hermann Witter

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Hermann Witter

Hermann Witter ist Studienleiter für den Ländlichen Raum. In der Vergangenheit wurde er auch als Bauernpfarrer bezeichnet, eine Bezeichnung, die heutzutage aber zu kurz greift: Angesichts eines massiven Strukturwandels gibt es immer weniger Bauern in Deutschland. Laut Bauernverband arbeiteten zu Beginn des vorigen Jahrhunderts noch über 1/3 der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Heute sind es nur noch knapp 2 Prozent. Und während es 1975 immerhin noch über 900000 landwirtschaftliche Betriebe gab,  waren es 2016 nur noch rund 275000 Betriebe (Quelle: Statista 2017).

Das hat Folgen: Experten sprechen inzwischen davon, dass die Infrastruktur auf dem Land bedroht ist. Doch den ländlichen Raum mit seinen Dörfern und kleineren Städten gibt es noch immer. Und Witter versteht sich auch als Lobbyist für den ländlichen Raum. Denn der ist in den vergangenen Jahren trotz Landesentwicklungsplan oft zu kurz gekommen. Bestenfalls als Beiwerk zur Stadt gelangt er ins Bewusstsein . 

Aus Sicht von Hermann Witter brauchen "ländliche Räume Realismus und Menschen, die dort leben wollen und sich für ihre Lebenswelt einsetzen“. Er weiß, von was er spricht. Er ist nah an den Menschen in der Region dran. Besucht sie vor Ort und hat ein Ohr für ihre Sorgen und Nöte.

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Video Hermann Witter: Regionale Landwirtschaft

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Kornfeld Ähren

Witter macht sich stark für Regionalität. Das bedeutet für ihn, bei sich selbst anzufangen: Es gilt, das eigene Einkaufsverhalten zu überprüfen und genau hinzuschauen, wo der Salat, die Äpfel oder die Milch eigentlich herkommen, die im Einkaufswagen landen. Exemplarisch steht dafür der Bauernhof der Familie Grether, in dem es noch Milchvieh gibt, was in Baden mittlerweile Seltensheitswert hat.

"Regionale Produkte sind fairer, sozialer und ökologischer, wenn auch nicht immer preislich am günstigen", betont er. Verbraucherinnen und Verbraucher können durch den Kauf regionaler Produkte einen Beitrag zur Existenzsicherung der heimischen Landwirtschaft leisten. Regionale Landwirtschaft ist gewissermaßen ein Kontrastprogramm zur Globalisierung. Produkte aus der Region kommen auf relativ kurzen Wegen frisch auf den Tisch. Durch den Kauf dieser Produkte werden auch Arbeitsplätze vor Ort erhalten, d.h. Regionalität dient der Schöpfungsbewahrung und ist sozialverträglich zugleich.

Und sie schafft Heimat. In einem Interview mit der Badischen Zeitung sagte Witter kürzlich: "Heimat ist da, wo man sich geborgen fühlt. Dazu gehört aber auch das Bewusstsein, dass jedes Kilo Mehl, jedes Pfund Butter, jeder Joghurt, jeder Apfel, jeder Tetrapack Milch und jede Flasche Wein, die man in der Region kauft, die heimische Landwirtschaft stärkt und somit auch zur Existenzsicherung unserer Bauernhöfe beiträgt."

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Die Sorgen der Bauern

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Hermann Witter
Vollbild

Hermann Witter befasst sich aktuell in der Veranstaltungsreihe "Agrarpolitik - Quo vadis?" über Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft. Im Dialog zwischen Politik, Wissenschaft, Verbänden und Institutionen geht es um die Frage, welche Instrumente für die Gestaltung der Agrarpolitik in Zukunft zielführend sein müssen. Hintergrund ist insbesondere die europäische Agrarpolitik, die trotz Reformen von vielen Seiten heftig kritisiert wird: So fordern zum Beispiel die Umweltverbände seit Jahren strengere Auflagen für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und die Ausbringung von Düngemitteln. Vielen Landwirten halten diese Forderungen fachlich für nicht begründet und befürchten negative Auswirkungen auf ihr Einkommen. Ein klassischer Interessenkonflikt, der in der Akademie ausgetragen wird.

Die Veränderungen im ländlichen Raum sind ein Dauerthema. Im Februar 1957 lud der damalige Bauernpfarrer Gottlob Hees (Eppelheim) Bäuerinnen zur Tagung "Sorgen und Segen im Hof" nach Bad Herrenalb ein. Im Einladungstext hieß es: „Wer heute mit einer Bäuerin redet, hört viel von den Sorgen um Hof und Familie und kaum etwas von den Freuden, die ein früheres Zeitalter dem Leben auf dem Land und im Hof nachgerühmt hat. Haben damals die Lobsprüche nicht gestimmt, oder sind die Klagen heute doch nicht immer ganz echt?“ Akademie-Studienleiter Willi Gegenheimer gab vier Jahre später mit der Akademie-Tagung „Der dörfliche Mensch zwischen Tradition und Fortschritt" in Wilhelmsfeld  fast schon eine Antwort darauf: "'Ein Sturm der Umwandlung geht über unsere Erde‘, schrieb jüngst ein Kenner der geistigen Situation unserer Zeit. ... Bei unserer Tagung geht es deshalb um die sehr ernste Frage: Wie kann lebendige bäuerliche Tradition im Sturm der Umwandlungen erhalten werden, ohne daß wir uns dem Rhythmus unserer Zeit machtlos entgegen entgegenstellen?"

Längst hat die Krise des ländlichen Raumes weite Teile Europas erfasst. Auf einer Akademie-Tagung in Kooperation mit dem Netzwerk der Kirchen im ländlichen Raum in Europa (IRCA-Europe) in Hermannstadt / Sibiu beklagte Hermann Witter 2016: "Traditionelle Werte, wie sie zum Teil heute noch in großen Teilen des Ländlichen Raumes, ob in Ungarn, Rumänien, Polen oder Westeuropa lebendig sind, haben in einer Welt,  in der der Mensch nur noch als Kostenfaktor scheinbar keinen Platz mehr."  

In einer abschließenden Presseerklärung wurde  festgestellt: "Die Infrastrukturausstattung des Landes ist gefährdet, was den Zugang zu sozialen und kulturellen Dienstleistungen anbelangt, die in der Stadt weiterhin garantiert sind. Die Konferenzteilnehmer in Sibiu fordern die Politiker dazu auf, die Bedürfnisse des Landes bei der Gestaltung ihrer Politik zu berücksichtigen und bitten die Kirchen die Botschaft der Hoffnung inmitten aller Veränderungen wachzuhalten.IRCA bestätigt damit seine Leidenschaft und den Auftrag die Stimme für die Ungehörten zu sein und ermutigt die Kirchen auf dem Land für diesen Auftrag, der aber auch eine entsprechende Unterstützung und Ausstattung braucht."












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Hermann Witter
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Weinberg Weinsberg

Im Weinberg reifen die Trauben. Bereits im Frühjahr lässt sich erkennen, ob die Weinernte gut werden wird. Der Wein steht exemplarisch für die vielen Nahrungs- und Genussmittel, die auf dem Land produziert werden. Davon zeugt nicht nur der Kirchenwein, den Hermann Witter jedes Jahr neu auflegt, sondern auch ein Kochbuch, das er als Leiter des Kirchlichen Dienst Land veröffentlich hat:

"Unter dem Titel 'Alle guten Gaben' verbirgt sich eine kulinarische Reise durch das Kirchenjahr. Es enthält über 100 Rezepte in badischer Tradition. Die Kochideen sind dem Kirchenjahr zugeordnet. Damit die Rhythmen des Kirchenjahres auch optisch zum Tragen kommen, wurden die liturgischen Farben in die Gestaltung mit einbezogen und eine Einführung in die jeweilige Kirchenjahreszeit verfasst.“

Auf diese ungewöhnliche Weise verbindet Witter den liturgischen Jahreskreis mit den Jahreszeiten und ihren Regelmäßigkeiten von Saat und Ernte auch den Lesern nahe, die Nahrungsmittel vor allem als Waren beim Discounter kennen. Das unterstreicht auch eine Sammlung von Tischgebeten, die verdeutlichen: Essen spielt im Tagesablauf eine Rolle, und ein gedeckter Tisch ist nicht immer selbstverständlich.  

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Existentielle Fragen wie das komplexe Thema Hofnachfolge begegnen Witter in seinem Berufsalltag. Für so manchen landwirtschaftlichen Familienbetrieb ist die Nachfolge ein Problem. Wie geht es weiter, wie gebe ich ab? Wie in jedem Unternehmen kommt es immer wieder vor, dass sich der Besitzer eines Bauernhofes nicht zur endgültigen Übergabe an die nächste Generation durchringen kann.

Für diesen Kontext hat Witter ein Ritual zur Hofübergabe erarbeitet: ein Gottesdienstes mit einer besonderen Liturgie soll es den Hofbesitzern leichter machen, diesen an ihre Kinder im Vertrauen auf Gottes Schutz und Segen abzugeben. Da funktioniert natürlich nur, wenn eine Bindung zur Kirche und zum christlichen Glauben gegeben ist.

Dabei gibt es eine intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Katholischen Landvolkbewegung Freiburg auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Familienberatung. Witter betont, dass sehr viele Menschen durch diese Beratungseinrichtung in den letzten Jahren Unterstützung und Orientierung erfahren haben.

Video Hofübergabe
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Video Landschaft Südbaden

Auf den ersten Blick sieht die Landschaft wunderschön aus, obwohl es um die Mittagszeit diesig geworden ist: Die Rheinebene bei Sulzburg mit Blick auf die Vogesen, den Schwarzwald im Rücken. Aber auch in dieser Landschaft sind die Probleme des Flächenverbrauchs deutlich, auch wenn er sich verlangsamt hat. Landwirtschaftliche Produktionsflächen verschwinden zugunsten von Produktions- und Wohnflächen, das dritte und vierte Bahngleis wird gebaut, aber auch Straßen und Autobahnen. 

Das statische Landesamt Baden-Württemberg schrieb dazu kürzlich in einer Pressemitteilung: "Im Jahr 2015 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Baden‑Württemberg um 1 899 Hektar (ha) oder 0,4 Prozent zu ... [Dies] entspricht einer Größenordnung von rund 2 713 Fußballfeldern (100 m x 70 m). Nach den Ergebnissen der Flächenerhebung ergibt sich .. damit rein rechnerisch eine tägliche Flächeninanspruchnahme für Baumaßnahmen in den Bereichen Wohnen, Gewerbe und Industrie sowie Straßen von 5,2 ha." (Nr. 242/2016)

Hermann Witter fragt: Wieviel Landschaft brauchen wir in Deutschland, um unsere Selbstversorgung mit landwirtschaftlichen Produkten aufrecht zu erhalten? Er spricht von einer größer werden Bevölkerung, die einerseits Wohnraum und andererseits auch Nahrungsmittel braucht, Ein Spagat, das Witter auf Akademieebene angehen will. 

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Panorma Hermann Witter

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Hermann Witter sitzt hier auf einem orangefarbenen Weinbergsschlepper, der zur Bewirtschaftung der Weinberge in der Umgebung dient. Um ihn herum eine reichgegliederte Kulturlandschaft mit Äckern, Wiesen und Wäldern. Weinberge wechseln sich ab mit Obstbäumen. Eine Landschaft, in der Insekten, Vögel und Kleintiere Nahrung finden. Als Teil der Nahrungskette sind sie auch für unser menschliches Leben wichtig. 

Biodiversität ist eines der Themen, die auf den Akademieveranstaltungen bewusst behandelt werden. Es ist für Witter unerlässlich, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich mit den Zusammenhängen zu befassen, die es regional, aber auch global in Sachen Ländlicher Raum gibt.

Diese Suche nach tieferer Erkenntnis und Einsicht ist für die Evangelische Akademie Baden ein Wesensmerkmal seit deren Gründung. Dabei gilt es, sich stets bewusst zu machen:  "Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." (Jesaja 55,8-9)

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Übersicht

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Kapitel 1 70 Jahre Evangelische Akademie Baden

2017engelmann

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Kapitel 2 Arngard Uta Engelmann

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Kapitel 3 Dieter Heidtmann

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Heidtmann glocke

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Heidtmann europa
Kapitel 4 Gernot Meier

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Meier spielplatz02

Meier medienverbund

Geister daemonen
Kapitel 5 Claudia Rauch

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Rauch turm01kl

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Kapitel 6 Schneider-Riede

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Moorweg02farbe

Moor2300536
Kapitel 7 Witter

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Aehren

Sibiu2016plenum
Kapitel 8 Links und mehr

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